Klinisches Ethikkomitee

Immer wieder erleben Ärzte, Pflegepersonal sowie Angehörige und Patienten während einer Behandlung im Krankenhaus schwere Gewissenskonflikte, bei denen das geltende Recht alleine nicht mehr weiterhelfen kann. Zu rechtlichen und medizinischen Fragestellungen treten dann auch moralische Wertvorstellungen hinzu, wie etwa Würde, Autonomie, Lebensschutz, Fürsorge in Not. Menschenbilder, religiöse Vorstellungen und weitere ethische Kriterien müssen bedacht und miteinander abgewogen werden.

Dialog in schweren Gewissenskonflikten

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Anforderungsformular als (PDF)

„Unser Krankenhaus kann nur so gut sein wie die Umgangskultur miteinander (...)
In unserem Krankenhaus stehen die Patienten als Menschen im Mittelpunkt unseres Handelns.“
(Auszug aus den Unternehmensleitlinien des Städtischen Krankenhauses Pirmasens)

Die Aufgaben des Klinischen Ethikkomittees

Das Ethikkomitee ist in vier Bereichen tätig:

  • Patientenbezogene ethische Beratungsarbeit für betroffene Mitarbeiter, Angehörige und Patienten
  • Fortbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter zur Erweiterung der ethischen Kompetenz
  • Erstellung von Empfehlungen und Leitlinien
  • Beratung bei organisationsethischen Fragestellungen

Beratungsablauf

Für eine Beratung durch das Ethikkomitee ist folgender Ablauf vorgesehen:

  • Ausfüllen des Formulars „Anforderung einer Beratung durch das Klinische Ethikkomitee“ (erhältlich z.B. auf den Stationszimmern und im Eingangsbereich/EG, gegenüber den Aufzügen)
  • Einwurf des ausgefüllten Formulars in den Briefkasten des Ethikkomitees im Eingangsbereich/EG (tägliche Leerung Montag bis Freitag)
  • Mitglieder des Komitees (bestehend aus Ärzten, Pflegekräften und anderen Diensten) treten zusammen und prüfen den Antrag zur Annahme.
  • Bei Annahme treten die Mitglieder mit den Beratungssuchenden sowie mit beteiligten Ärzten und Pflegepersonal in Kontakt und sammeln weitere Informationen.
  • Danach beraten die Mitglieder untereinander und lassen den Beratungssuchenden schriftlich und nach Möglichkeit auch mündlich das Beratungsergebnis zeitnah zukommen.

Beispiele aus der Praxis:

  • Es liegt keine Patientenverfügung vor und auch der mutmaßliche Wille des nicht mehr äußerungsfähigen Patienten ist unklar. Alle Beteiligten fragen sich: Was entspricht den Wertvorstellungen und dem Lebenskonzept des Patienten und ist zum Wohle des Patienten zu tun bzw. zu unterlassen?
  • Eine Patientenverfügung liegt zwar vor, doch sie ist so allgemein formuliert, dass Betreuer, Ärzte und Pflegekräfte ratlos sind, was denn nun wirklich dem Willen und Wohl des Patienten entspricht.
  • Die Möglichkeit einer Operation in medizinisch aussichtsloser oder unkalkulierbarer Lage wird besprochen. Es stellt sich die menschlich-moralische Frage: Ist dieser chirurgische Eingriff noch menschlich verantwortbar?
  • Eltern und Behandelnde fragen sich: Was ist ein menschenwürdiges Leben beim mehrfach behinderten Neugeborenen ohne große Lebenserwartung, und was bedeutet dies für die Fortführung einer Behandlung?

In solchen Fällen ist es hilfreich, fachübergreifend ins Gespräch kommen zu können, den Dialog zu wagen, im größeren Miteinander die richtigen menschlich-moralischen Fragen zu stellen und nach Lösungen zu suchen. Hierfür bietet das Klinische Ethikkomitee auf Anfrage ein Gesprächsforum an.
 
15 Mitglieder aus allen Bereichen und Dienststufen der Pflege, Sozialarbeit, Physiotherapie, Seelsorge und Ärzteschaft garantieren einen offenen und interdisziplinär angelegten Dialog auf Augenhöhe.

Die Beratungsarbeit des Ethikkomitees hat Empfehlungscharakter.

Kontakt Klinisches Ethikkomitee

Michael Adam

Michael Adam
Erster Vorsitzender, Krankenhaus-
seelsorger

Telefon:
06331/714-1084
kath.seelsorge@kh-pirmasens.de


Petra Bath-FlammePetra Bath-Flamme
Mitglied des Vorstands, Krankenschwester in Brust- und Darmzentrum

Telefon:
06331/714-2210
Bath@kh-pirmasens.de