Beckenboden-Zentrum Südwestpfalz

Beckenbodensenkungen – der Fachbegriff lautet Genitalprolaps – sind eine häufige, aber oft aus Scham verschwiegene medizinische Problemstellung. Dabei sinken Organe wie Gebärmutter, Scheide, Harnblase oder Enddarm durch geschwächtes Bindegewebe und Muskeln tiefer in Richtung des Scheidenausgangs.

Statistisch gesehen ist jede zehnte Frau betroffen – besonders nach Geburten, in Folge einer Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) sowie hormonell bedingt zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr und mit der höchsten Rate bei Seniorinnen über 70; ebenso unter Leistungssportlerinnen ist die Erkrankung weit verbreitet. Seltener können auch Männer betroffen sein, unter anderem nach einer Prostata-Operation und dann oft einhergehend mit Potenzstörungen.

Beckenbodensenkungen führen häufig zu Entzündungen und ungewolltem Urinverlust (Inkontinenz). In diesem Zusammenhang wird von Belastungsinkontinenz gesprochen, wenn etwa Husten, Lachen, Bergablaufen, Erschütterungen oder sportliche Aktivitäten für den Urinverlust ursächlich sind. Die sogenannte Dranginkontinenz führt auch nachts zu übermäßig hohem Toilettengang. Gerade bei Älteren steigt dadurch auch die Gefahr von Schenkelhalsbrüchen in Folge schwerer Stürze. 

Weil viele aus Scham keine Hilfe suchen und es sich generell um ein Tabuthema handelt, liegt zudem die Dunkelziffer sehr hoch. Dabei gibt es gar keinen Grund dafür, denn niemand kann etwas für die Erkrankung und sie ist zudem weit verbreitet. Aber niemand muss mit den tief in den Alltag einschneidenden Einschränkungen leben, die mit Beckenbodensenkungen einhergehen. Denn wenn die Indikation stimmt, die Operation fachgerecht durchgeführt wird und die Empfehlungen befolgt werden, beträgt die Erfolgsquote bis zu 100 Prozent.
 

 

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