Schulterchirurgie
Es ist keine Seltenheit, dass Menschen sich diese Frage auch schon in jüngeren Jahren stellen. Unfallbedingt, nach überstrapazierenden Sportarten oder ständiger beruflicher Überbelastung (mit oder ohne Überkopfarbeiten) können Schulterschmerzen auftreten. Sicherlich hat jeder im Laufe seines Lebens schon einmal ein in Ruhe oder Bewegung unangenehmes Ziehen mit stechenden Schmerzen im Schultergelenk verspürt. Leider handelt man meistens erst, wenn das Kind in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen ist, d. h., erst wenn Ein- bzw. Durchschlafstörungen auftreten, weil das Liegen auf der betroffenen Seite oder das Lenken eines Fahrzeuges, geschweige denn Überkopfbewegungen, nicht möglich sind.
1. Verschleiß
- Orthopädische Erkrankungen (z. B. Arthrose durch rheumatische Knorpel,- Gelenkhauterkrankungen)
- Stoffwechselerkrankungen (z. B. Gicht, diabetische, alkoholtoxische, medikamentenbedingte, Polyneuropathie)
- Neurologische Erkrankungen (z. B. Muskelerkrankungen s.g. Myopathien oder Nerven Kompression durch Tumor
- Infektionen (z. B. Borreliose, - mit Gelenkbefall (Lyme- Arthritis))
- Chronische Überlastung (z. B. bei dauernden Überkopftätigkeiten, eines Handwerkers, Sportlers)
- Anatomische Varianten (z. B. anlagebedingte, verstärkte knöcherne Veränderungen des Schulterskeletts)
2. Verletzungen
Unfälle (Trauma) des Schultergürtels z. B.
- Brüche (Frakturen): Schlüsselbein, Oberarm, Schulterblattbruch
- Ausrenkungen (Luxationen): Schultergelenkausrenkungen (Luxationen), Schultereckgelenkausrenkungen (ACG-Verletzungen)
- Weichteilschäden durch Zerrungen oder Prellungen (Stumpfes Trauma), Bänder oder Sehnenansatzschädigungen, Sehnen-Rupturen) mit oder Knorpel,- knöcherne Verletzung
- Chronische Verletzungsfolgen (Posttraumatische Schäden)
3. Vertebragen
- Halswirbelsäulen- Wirbelsäulen Erkrankungen mit Ausstrahlung in Schulter und Arm, das Schulter-Arm-Syndrom (Zervikobrachialgie)
4. Verschiedenes
- Kardiologische Ursachen
- Sekundäres Impingement SICK-Scapula mit Dyskinesie
- N. Suprascapularis-Kompression im Schulterblatt
- Scalenussyndrom (Halsrippe)
Diagnostik
1. Krankheitsgeschichte (Anamnese)
2. Körperliche Untersuchung: spezielle Schulter-Tests
3. Apparative Untersuchungen:
- Sonographie (Ultraschall)
- Röntgen-des Schultergelenkes, ggf. der Halswirbelsäule
- Bei ausbleibender Beschwerdebesserung Kernspin Tomographie (MRT) oder Computer Tomographie (CT)
Therapie-Möglichkeiten
Konservative Therapie
- Medikamente gegen Schmerzen (Analgetika)
- Injektionen (Infiltrationen) mit lokalen Anästhetika mit oder ohne Cortison am besten ultraschallgesteuert
- Physiotherapie (Lokale Dehnungsübungen, Ultraschall oder Elektrotherapie, Massagen usw.) Einleitung des eigenständigen Trainingsprogramms
(In Deutschland sind die konservativen Maßnahmen Pflicht vor Durchführung eines operativen Vorgehens)
Operative Therapie
- Aktueller Goldstandard: arthroskopische minimal invasive Schlüsselloch-Technik, auch in der Traumatologie
- Offene Schultereingriffe bei Frakturen oder Prothesen-Implantationen